Calprotectin - der sensitive Entzündungsmarker

Der Goldstandard zur Erkennung und Klassifizierung von kolorektalen Erkrankungen sind immer noch Endoskopie und Histologie.
Mit der Bestimmung von Calprotectin im Stuhl steht ein Parameter zur Verfügung, dessen zuverlässige Indikatorfunktion für die entzündliche Aktivität bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn durch eine Reihe von Publikationen belegt ist. Erste Arbeiten zeigen ebenfalls, dass erhöhte Calprotectinspiegel bei Dickdarmtumoren und Polypen (Größe > 10mm) gefunden werden.
Calprotectin gehört zu einer Gruppe von calcium- und zinkbindenden Proteinen aus der S100-Familie und ist neben dem Serum auch im Stuhl nachweisbar. Es macht ca. 60% der im Zytosol der Granulozyten gelösten Proteine aus. Geringere Mengen findet man in Monozyten und reaktiven Makrophagen.
Bei Entzündungen und tumorösen Veränderungen des Darmgewebes gelangen durch die Störung der Barrierefunktion der Schleimhaut vermehrt Granulozyten in das Darmlumen. In der Folge wird Calprotectin aus den Granulozyten freigesetzt und somit messbar. Calprotectin ist weitgehend resistent gegen Proteolyse und damit über längere Zeit im Stuhl stabil.
Indikationen
  • Erkennung akuter Entzündungen und Entzündungsschüben des Darmtraktes
  • Verdacht auf Polypen
  • Verdacht auf kolorektale Tumoren
  • Therapiemonotoring bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

  • Bewertung
    Negative Werte geben keinen Hinweis auf eine akut entzündliche Darmerkrankung, einen Entzündungsschub oder - nach vorläufigen Erfahrungen - auf Polypen des Darmtraktes größer 10 mm.
    Positive Werte weisen auf entzündliche Darmerkrankungen, Adenome und tumoröse Veränderungen hin. Eine koloskopische Abklärung sollte nach Bestätigung erfolgen. Bei entzündlichen Darmerkrankungen finden sich in Abhängigkeit von der Intensität und des Ausmaßes der Entzündung Werte von über 200mg/kg. Bei Adenomen oder Tumoren liegen die Werte in einer breiten Verteilung um einen Median bei 350 mg/kg.

    Material
    Stuhl

    Die Vorteile
    Calprotectin eignet sich als ein der Koloskopie vorgeordnetes Verfahren, um die Belastung durch invasive Eingriffe für den Patienten zu verringern.

    Bestimmungsmethode
    Die Bestimmung erfolgt mittels eines ELISA-Tests.

    Präanalytik und Durchführung
    Patient führt die Probenentnahme selbst nach Anleitung (s. Stuhlentnahme-Anweisung des Labors) durch

    Kosten
    Privat EUR 32,18*
    IGel EUR 27,98*
    *zzgl. Material- und Versandkosten

    Gesunder Darm -gesunder Mensch

    Unser Darm spielt eine entscheidende Rolle in unserem Immunsystem und damit für unsere Gesundheit. Im Darm leben ca. 400 verschiedene Bakterienstämme. Die Gesamtzahl der Darmbakterien ist geschätzt zehnmal so hoch wie die Zahl unserer Körperzellen. Die Mikroorganismen, die vom Immunsystem als körpereigen erkannt und nicht bekämpft werden, bezeichnen Mediziner als "Darmflora". Diese Milliarden unterschiedlicher Mikroorganismen leisten wertvolle Dienste für unsere Gesundheit und haben verschiedenste Aufgaben.

  • Abwehr von Krankheitserregern (schädliche Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze)
  • Optimale Verwertung der aufgenommenen Nahrung
  • Bildung von wichtigen Vitaminen und Fettsäuren
  • Regulierung des Cholesterinspiegels
  • Produktion von Verdauungsenzymen

  • Die menschliche Darmflora nimmt vom ersten Lebenstag an Einfluss auf das Immunsystem und die Entstehung von akuten und chronischen Erkrankungen. Verschiedene Faktoren können das sensible Gleichgewicht im Darm ins Schwanken bringen.
    Stuhl-Flora-Scan (SFS) - Umfangreiche und differenzierte Stuhl-Analyse zur Bewertung der funktionellen Eigenschaften des Darms
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    Wie entsteht eine gestörte Darmflora?
    Das eine Antibiotika-Therapie oder langwierige Cortison-Behandlung die natürliche Besiedelung des Darms teilweise zerstört, ist bereits allgemein bekannt. Das Gleichgewicht kann sich nur schwer von alleine regenerieren. So kommt es zur Schwächung des Immunsystems. Aber auch eine einseitige, säurereiche Ernährung mit vielen kurzkettigen Kohlehydraten (z.B. Zucker, Kuchen, Gebäck aus Auszugsmehlen), sowie Stress, Einnahme von Medikamenten können das Lebensmilieu für die ,,guten" Darmbakterien nachhaltig schädigen und dazu führen, dass diese sich immer weiter zurück ziehen und Fäulnis- und Gärungsbakterien die Oberhand gewinnen.

    Welche Krankheiten können dadurch verursacht werden?
  • Adipositas
  • das Reizdarmsyndrom
  • Diabetes mellitus
  • Rheuma
  • Allergien
  • Depressionen

  • Die Krankheitsbilder können vielfältig sein. Folgende Symptome werden häufig beschrieben:
  • Verdauungsstörungen, Durchfälle, Verstopfungen, Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen
  • Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Hautprobleme (auch Neurodermitis)
  • erhöhte Infektanfälligkeit (durch Schwächung des Immunsystems)
  • chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche
  • Heißhungerattacken (speziell auf Süßes)
  • wiederkehrende Infekte als Folge eines geschwächten Immunssystemes
  • häufigem Kopfschmerz/ Migräne

  • Wie kann die Darmflora untersucht werden?
    Die Ursachen für die Erkrankungen und Beschwerden können vielfältig sein. Recht häufig sind sie aber im Darm zu finden. Über die nachstehend beschriebene Stuhl-Flora-Scan-Untersuchung erhalten Sie eine ausführliche Analyse über den mikrobiologischen Status des Darms. Die weiter aufgeführten Untersuchungen können hilfreich sein, um noch andere wichtige Funktionen bzw. Störungen im Darm zu verifizieren.

    Ebenfalls sind schwere Magen-Darm-Infekte auf dem Vormarsch. Hier sind die steigende Zahl der Infektionen mit Noroviren, Rotaviren, Campylobacter- und E.coli-Bakterien, sowie Clostridium difficile (letztere speziell nach Einnahme von Antibiotika) zu nennen.

    Aufgrund der Ergebnisse dieser Stuhlanalysen erhalten Sie konkrete Therapie- und Ernährungsempfehlungen, die die Verdauung und Regeneration der Darmschleimhaut und des Immunsystems unterstützen. Ebenfalls ist es möglich bei Bedarf gezielte Therapien (z.B. Probiotika) durchzuführen mit deren Hilfe das gestörte Verhältnis zwischen Darmbakterien und menschlichen Organismus wieder hergestellt werden kann.

    Literatur
    Auswirkung der Reifung auf die Darmflora im Kindesalter, Journal List 2009, Gastroenterol Res pract. 2009; 752.401., P.Enck et al.
    Jeder MENSCH ist individuell, so individuell wie auch seine Probleme.
    Daher braucht es auch eine individuelle Diagnostik

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