Diagnose- und Erregermeldung im Infektionsschutzgesetz

Namentliche Meldung durch den behandelnden Arzt (§ 6 IfSG)

  • bei Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod:
– Botulismus
– Cholera
– Diphtherie
– humane spongiforme Enzephalopathie (außer familiär-hereditar Formen)
– akute Virushepatitis
– enteropathisches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
– virusbedingtes hämorrhagisches Fieber
– Masern
– Meningokokken-Meninggitis oder -Sepsis
– Milzbrand
– Mumps
– Pertussis
– Poliomyelitis (als Verdacht gilt auch jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
– Pest
– Röteln einschl. Rötelnembryopathie
– Tollwut
– Typhus abdominalis/Paratyphus
– Varizellen
  • bei Erkrankung und Tod:

– behandlungsbedürftige Tuberkulose, auch ohne bakteriologischen Nachweis

  • bei Verdacht und Erkrankung:

– mikrobiell bedingte Lebensmittelvergiftung oder akute infektiöse Gastroenteritis bei Beschäftigten in der Lebensmittelverarbeitung und ab zwei Erkrankungen, wenn ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.

  • bei Verdacht:

– außergewöhnliche Impfreaktion

  • bei Verletzung:

– durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder ansteckungsverdächtiges Tier, sowie die Berührung eines solchen Tieres oder Tierkörpers.

  • bei Gefahr für die Allgemeinheit:

bedrogliche Krankheit oder ab zwei gleichartigen Erkrankungen, wenn ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.

Meldepflichtige Krankheitserreger durch das Labor (§7 lfSG)

  • namentlich, direkter oder indirekter Nachweis, sofern der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist:
– Adenoviren (direkter Nachweis im Konjunktivalabstrich)
– Bacillus anthracis
– Bordetella pertussis, Bordetella parapertussis
– Borrelia recurrentis
– Brucella sp.
– Camphylobacter sp (darmpathogen)
– Chlamydia psittaci- Clostridium botulinum oder Toxinnachweis
– Corynebacterium diphtheriae (toxinbildend)
– Coxiella burnetii
– humanpathogene Cryptosporidium sp.
– Ebolavirus
– E. coli (EHEC oder andere darmpathogene Stämme)
– Francisella tularensis
– FSME-Virus
– Gelbfiebervirus
– Gardia lamblia
– Haemophilus influenzae (direkter Nachweis aus Liquor oder Blut)
– Hantaviren
– Hepatitis A/-B/-D/-E-Virus, Hepatitis C-Virus (soweit nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt)
– Influenzaviren (direkter Nachweis9
– Lassavirus
– Legionella sp.
– Listeria monocytogenes (nachweis aus Liquor oder Blut oder von Neugeborenen)
– Marburgvirus
– Masernvirus
– Mumpsvirus
– Mycobacterium leprae
– Mycobacterium tuberculosis/africanum und M. bovis (vorab Nachweis säurefester Stäbchen im anderen sterilen Bereich)
– Neisseria meningitis (direkter Nachweis aus Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten oder anderen sterilen Bereichen)
– Norwalk-ähnliches Virus (direkter Nachweis9
– Poliovirus
– Rabiesvirus
– Rickettsia prowazeki
– Rotavirus
– Rubellavirus
– Salmonella typhi/paratyphi (alle direkten Nachweise), Salmonella sonstige
– Shigella sp.
– Trichinella spiralis
– Varzella-Zoster-Virus
– Vibrio cholerae O 1 und O 139
– Yersinia enterocolitica (darmpathogen), Yersina pestis
– andere Erreger hämorrhagisches Fieber
  • nicht namentlich, direkter oder indirekter Nachweis
– HIV
– Echinococcus sp.
– Plasmodium sp.
– Toxoplasma gondii (nur bei kannatalen Infektionen)
– Treponema pallidum

Zur Meldung sind verpflichtet:

Im Falle des §6 (Krankheitsverdacht/ERkrankung/Tod) der feststellende Arzt
Im Falle des §7 (Krankheitserreger) das Labor
Es ist zu beachten, das trotz der Meldung des Krankheitserregers durch das Labor die Meldung der Erkrankung durch den feststellenden Arzt nicht unterbleiben darf.