Osteoporose-Diagnostik

 

  • Was ist Osteoporose?
    Als Osteoporose bezeichnet man den fortschreitenden Abbau des Knochens mit zunehmendem Alter, welcher mit einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen schon bei geringer Belastung einhergeht. Besonders betroffen sind dabei die Knochen der Wirbelsäule und der unteren Gliedmaßen. Da der Knochenschwund lange Zeit ohne Anzeichen fortschreitet, kommt es nicht selten zu Brüchen ohne äußere Einflüsse. Das Heben einer Tasche oder festes Husten können hierfür schon ausreichen. Ältere zuvor allein lebende Menschen verlieren beispielsweise nach einem Bruch des Oberschenkelhalses zu 50% ihre Unabhängigkeit. Diese Patienten sind danach selbst dann auf fremde Hilfe angewiesen, wenn es um einfache Tätigkeiten wie z. B. das morgendliche Ankleiden geht. Außerdem werden diese Patienten von erheblichen dauerhaften Schmerzen gequält.

 

  • Ursachen für Osteoporose
    Die primäre Ursache der Osteoporose ist das Altern des Knochens, indem das Gleichgewicht von Aufbau und Abbau des Knochens sich zu Gunsten des Abbaus verlagert. Dieser Prozess wird von vielen inneren und äußeren Einflüssen bestimmt und beeinflusst. Nach neuesten Erkenntnissen kommt den Genen hier eine Schlüsselrolle zu. Sie bestimmen wie gut der Körper in der Lage ist, Knochenmasse zu bilden und welche Umwelteinflüsse und Lebensbedingungen hierfür förderlich oder schädlich sind.

 

  • Wann entsteht Osteoporose?
    Osteoporose ist keine Krankheit des „dritten Alters“, sie beginnt schon in der Kindheit. Entscheidend für den Knochenaufbau ist die Zeit zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr. Hier baut sich der Knochen des Erwachsenen auf und erreicht den für das Alter entscheidenden „Peak der Knochenmasse“. Je geringer dieser ausfällt, umso höher ist das spätere Osteoporoserisiko, weil dann schon ein relativ geringer Knochenabbau oder Knochenmasseverlust ausreichen kann, um die Knochenmasse unter eine sog. Bruchschwelle (hohes Knochenbruchrisiko) absinken zu lassen. In Anbetracht einer immer größeren Lebenserwartung muss dieser Tatsache größte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden.

 

  • Wie häufig ist Osteoporose?

Allein in Deutschland erkranken jährlich ca. 7 Millionen Menschen an Osteoporose. Man geht davon aus, dass etwa 1/3 aller Frauen von osteoporotischen Beschwerden betroffen sind. Aber auch Männer trifft die Osteoporose. Man unterscheidet allerdings zwischen primärer und sekundärer Osteoporose.
Bei der primären sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Erste Beschwerden treten beim Eintritt in das Klimakterium (Wechseljahre, 50-55 Jahre) auf.
Bei der sekundären sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. Sie tritt ab dem 70igsten Lebensjahr auf, bedingt durch den natürlichen Alterungsprozess der Knochenalterung.

 

  • Wer ist gefährdet?

Osteoporose ist kein unabwendbares Schicksal. Mit Kenntnis der genetischen Prädisposition lassen sich individuelle Vorbeugungsmaßnahmen treffen. Diese beinhalten Verfahren, die zur besseren Knochenbildung im Jugendalter führen, sowie geeignete Maßnahmen, die den Knochenabbau verhindern oder bremsen.

 

Im Hinblick auf die Ursachen wird unterschieden zwischen:

  • Primärer Osteoporose: Typ I (postmenopausal) und Typ II (altersassoziiert)
  • Sekundärer Osteoporose: Hormonmangel, Dauermedikation mit Glukocorticoiden, Hyperthyreose, Bewegungsmangel, etc.

 

Neben den bildgebenden Verfahren und der Knochendichtemessung stellen Laboruntersuchungen eine Möglichkeit der Früherkennung und Diagnose dar.

 

Indikationen für eine Laboruntersuchung sind:

  • Häufige Knochenbrüche
  • Verdacht auf Osteoporose
  • Existenz einer Osteoporose (z.B. postmenopausal)
  • Effizientkontrolle antiresorptiver Therapie (z.B. Biphosphonat, Hormon-Replacement-Therapie)