zellulärer Immunstatus/Lymphozytenphänotpisierung

 

Viele Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit Störungen im Immunsystem und gehen mit Verschiebungen der Lymphozyten-Subpopulationen einher. Auskunft über die absoluten und proportionalen Verhältnisse im peripheren Blut dieser Populationen gibt der zelluläre Immunstatus / die Lymphozytenphänotypisierung (LPT).

Indikationen für diesen Test sind:

  • Primäre und sekundäre Immundefekte
  • Infektanfälligkeit
  • Tumorerkrankungen (Status Immunkompetenz, Status vor Einleitung einer komplementären Therapie)
  • Infektionen mit prolongiertem Verlauf
  • Monitoring bei Autoimmunerkrankungen
  • Leukämie/Lymphome (Diagnostik und Verlauf bzw. Erkennen eines Immundefektes)
  • Lymphzytose/Lymphopenie im peripheren Blutbild
  • Diagnostik und Therapie-Monitoring bei HIV-Infektion

 

  • Beschreibung
    Quantitative und qualitative Identifizierung von Lymphozytensubpopulationen mittels Durchflusszytometrie (Lymphozytenphänotypisierung kurz LPT).
    Die Lymphozyten nehmen eine Schlüsselrolle in unserem Immunsystem ein. Sie sind Bestandteil des großen Blutbildes. Mittels der Durchflusszytometrie lassen sich durch Einsatz spezifischer Antikörper ihre funktionellen Merkmale darstellen und quantifizieren. Aufgrund dieser Merkmale (CD-Klassifikation) und ihrer funktionellen Aktivität in der Immunabwehr werden drei Klassen von Lymphozyten unterschieden.

1. Die im Thymus geprägten T-Zellen (CD3+) sind für die spezifische Abwehr notwendig. Sie lassen sich weiter in T-Helfer (CD3+CD4+)- und T-Suppressorzellen (CD3+CD8+) differenzieren. Diese agieren insbesondere bei Pilz- und Virusinfektionen.
2. Die B-Lymphozyten (CD19+), die im Knochenmark und den sekundären Lymphorganen (Milz, Lymphknoten) gebildet werden, sind Vorläufer der Immunglobulin-bildenden Plasmazellen und für die humorale Antikörperantwort zuständig. Eine klassische humorale Immunantwort sind Impftiter. Defizite zeigen sich häufig an vermehrten bakteriell induzierten Infekten.
3. Die Natural-Killer (NK)-Zellen (CD3-CD16+CD56+) tragen keine klassischen Lymphozytenmerkmale auf ihrer Oberfläche und sind im Rahmen ihrer Antigen-unspezifischen Immunabwehr aktiv. Sie spielen insbesondere bei der viralen Abwehr und der Zerstörung von Tumorzellen eine Rolle. Ebenfalls werden sie bei Rauchern und bei einer Diät erhöht beobachtet.

Die Analyse beinhaltet zusätzlich die Bestimmung eines großen Blutbildes. Die Subpopulationen werden im Befundbericht sowohl mit dem absoluten als auch dem prozentualen Anteil angegeben.

Im peripheren Blut sind 65,6-80% der Lymphozyten T-Zellen, 7,9-18,7% B-Zellen und etwa 6,8-20,1% NK-Zellen. Verschiebungen innerhalb dieser Gruppen sowie quantitative Defizite und Hyperproliferationen lassen sich Systemerkrankungen zuordnen. Über den Aktivierungszustand der Lymphozyten informieren uns Antigene wie z. B. das HLA-DR, das erst bei Aktivierung/immunstimulierenden Ereignissen auf der Zelloberfläche erscheint und auf chron. Infektionen, Autoimmunkrankheiten oder persistierende Infekte hinweist.

  • Indikationen

–  Infektanfälligkeit
–  Primäre / Sekundäre Immundefekte
–  Diagnostik und Therapie-Monitoring bei HIV-Infektion
–  Infektionen mit prolongiertem Verlauf
–  Tumorerkrankungen, insbesondere unter Therapie
–  Monitoring von Autoimmunerkrankungen
–  Lymphozytose/Lymphopenie im peripheren Blut

 

  • Präanalytik und Durchführung
    – frisches EDTA-Blut, Material muss spätestens 24 Std. nach Entnahme im Labor verarbeitet werden

 

  • Kosten
    Privat   GOÄ-3×3696, 2x 3697, 3550, 3551   1,15facher Satz € 153,49
    IGel     GOÄ –                                            1,0facher Satz   € 133,47

zzgl. Material- und Versandkostenpauschale