Was verraten uns Haaranalysen?

 

Zunächst muss man betonen, dass der Begriff „Haaranalyse“ eigentlich ungenau ist und eine ganze Palette verschiedener Untersuchungen einschließt. Das Ziel der Untersuchungen und die angewandten Methoden unterschieden sich erheblich, ebenso die benötigen Haar-Mengen.
Gemeinsam ist allen Verfahren, dass sie die menschlichen Haare als Untersuchungsobjekt haben. Einige Analysen (aber nicht alle) nutzen aus, dass im Blutkreislauf befindliche Stoffe kontinuierlich in die Haare eingelagert und angereichert werden.

 

  • Wie wachsen Haare?

 

Die Haare entstehen durch einen Verhornungsprozess von Haarzellen in der Haarwurzel. Im Anfangsstadium nehmen die Haarzellen noch am Stoffwechselgeschehen teil und lagern Mineral- und Schadstoffe sowie Spurenelemente ein Dies macht man sich bei einigen Haaranalysen zunutze. Im Prozess der Verhornung sterben die Haarzellen ab und werden von nachwachsenden, jüngeren Haarzellen aus der Kopfhaut heraus „ins Freie“ geschoben. Ab diesem Moment sind alle in die Haarzellen eingeschlossenen Stoffe konserviert. Sie nehmen nicht mehr am Stoffwechsel teil, unterliegen aber äußeren Bedingungen wie Wasser, Umweltverschmutzungen, Shampoo, Sonnenstrahlung. Einige Inhaltsstoffe können dabei nochmals ausgewaschen, zerstört oder von außen her angereichert werden, die meisten Parameter bleiben aber stabil.

Das Haar wächst im Durchschnitt etwa einen Zentimeter pro Monat von der Kopfhaut weg. Mit dieser Faustregel kann für jeden Haar-Abschnitt der Zeitpunkt bestimmt werden, zu dem er die Kopfhaut und somit das Kreislaufgeschehen verlassen hat. Diese Möglichkeit, das Haaralter zu bestimmen, machen sich ebenfalls die meisten Haaranalysen zunutze.