Fruktose-Malabsorption

 

  • Was versteht man unter Fruktose-Malabsorption?

SYNONYME
• Fruktose-Malabsorption
• Intestinale Fruktose-Intoleranz (nicht zu verwechseln mit der erblichen Fruktose-Intoleranz)
• Fruchtzucker-Unverträglichkeit

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SYMPTOME
• Bauchschmerzen
• Blähungen (häufig übelriechend)
• Breiiger Stuhl (häufig übelriechend)
• Durchfall (zum Teil wässrig)
• Nach häufigem Verzehr von Fruktose kann es auch zum Reizdarm- oder Reizmagen-syndrom kommen
• Depression
• Angstzustände

Beschreibung
Fruchtzucker ist ein Einfachzucker, der als Fruktose bezeichnet wird. Fruchtzucker kommt in Obst und Obstsäften vor, aber auch in verschiedenen Gemüsen, Honigen oder Haushaltszucker. Normalerweise wird Fruchtzucker vollständig aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Bei der Fruktose-Malabsorption ist der Transport der Fruktose vom Darm in die Blutbahn gestört, so dass der Fruchtzucker im Dünndarm nur begrenzt aufgenommen wird.
Durch die unvollständige Aufnahme gelangt der Zucker in die tieferen Darmabschnitte, wo er zu Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und kurzkettigen Fettsäuren abgebaut wird. Die Folge sind vor allem Beschwerden wie Blähungen und Durchfall. Ob die Symptome stark oder schwach ausfallen, hängt davon ab, wie viel Fruchtzucker aufgenommen wurde und wie ausgeprägt die Resorptionsschwäche ist.

  • Testverfahren

Atemgasanalyse

  • Diagnose
    Die Wasserstoffatemgasanalyse misst die Wasserstoffkonzentration in der ausgeatmeten Luft nüchtern und nach Fruktoseaufnahme. Im ersten Schritt wird morgens nüchtern die Atemluft auf H2 gemessen. Nach der Entnahme der Referenzprobe wird Fruktose in Wasser aufgelöst und getrunken. Es folgen vier weitere Messungen. Wenn dabei der H2-Gehalt signifikant ansteigt, spricht man von einer Fruktose-Malabsorption.
    Eine erhöhte H2-Konzentration tritt auch bei Resorptionsstörungen und Verdauungsstörungen von Kohlenhydraten und Fetten auf. Da die zu untersuchende Person bei diesem Test aber nur Fruktose zu sich nimmt, ist der Test sehr spezifisch für die Diagnose der Fruktose-Malabsorption.

 

  • Therapie
    • Einhalten einer Fruktose-armen Diät
    • Vermeiden von Sorbit, da dieser Zuckeraustauschstoff die Fruktose-Absorption zusätzlich behindert
    • Gleichzeitiger Verzehr von Glukose und Fruktose; Lebensmittel mit einem größeren Anteil Glukose im Vergleich zur Fruktose werden meist besser vertragen
    • ggf. Substitution bei einem Mangel an Vitamin C, Folsäure und Zink
    Wenn die oben genannten Symptome trotz Fruktose-armer Ernährung nicht deutlich besser werden, sollte untersucht werden, ob noch eine andere Unverträglichkeit vorliegt. Häufig leiden Menschen mit einer Fruktose-Malabsorption auch an einer Laktose-Intoleranz.

 

  • Was ist beim Atemtest zu beachten?
    • Am Vortag der Testdurchführung müssen ballaststoffreiche Lebensmittel (z. B. Vollkornprodukte, Nüsse, Obst) gemieden werden. Es dürfen nur leichte Speisen verzehrt werden wie z. B. Fisch, Putenfleisch und Reisgerichte.
    • Bei Testbeginn muss der Patient nüchtern sein. 12 Stunden vor Testbeginn und während der Testdauer darf nicht gegessen werden. Zuckerhaltige Getränke (auch „Light-Getränke“) dürfen nicht konsumiert werden. Nach Testbeginn ist eine mäßige Flüssigkeitsaufnahme von Mineralwasser oder ungesüßtem Tee möglich.
    • Der Atemtest sollte möglichst am Morgen, 1 – 2 Stunden nach dem Aufstehen, durchgeführt werden.
    • Das Rauchen sollte bereits 6 Stunden vor Testbeginn eingestellt werden. Auch während der Testdauer darf nicht geraucht werden (auch nicht passiv).
    • Die letzte Einnahme von Antibiotika oder abführenden Mitteln sollte mindestens 1 Woche zurückliegen. Der Patient sollte nicht an Durchfall leiden.
    • Direkt vor dem Test oder während der Testdauer darf nicht geschlafen werden.

 

  • Ursachen
    Fruktose-Malabsorption sollte nicht mit der sehr selten vorkommenden erblichen Fruktose-Intoleranz verwechselt werden. Bei dieser liegt eine erbliche Störung des Fruktose-Stoffwechsels vor, wodurch Fruktose nicht oder nicht in ausreichender Menge abgebaut werden kann. In der Folge wird die Verstoffwechselung der Glukose gestört, und es kommt zu einer Unterzuckerung.
    Normalerweise wird die Fruktose mit Hilfe des GLUT-5-Transporters über den Dünndarm in die Blutbahn geschleust. Bei einer Fruktose-Malabsorption ist der Transport vom Darmlumen ins Blut gestört. Fruktose gelangt deshalb in den Dickdarm, wo sie vor allem zu Kohlendioxid und Wasserstoff verstoffwechselt wird und in der Folge Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall auslöst. Der Wasserstoff gelangt aus dem Darm ins Blut und von dort zur Lunge, wo er abgeatmet wird. Eine Störung des Transports kann verschiedene Gründe haben:

• Durch einen Defekt am GLUT-5-Transporter kann die Fruktose im Dünndarm nicht mehr ausreichend aufgenommen werden.
• Es werden zu große Mengen Fruktose mit der Nahrung aufgenommen. Die vorhandene Transportkapazität reicht nicht aus.
Der gleichzeitige Verzehr von Glukose dagegen verbessert die Transportkapazität für Fruktose über GLUT-5. Ist das Verhältnis von Glukose zu Fruktose größer oder gleich 1, so ist das Lebensmittel meist verträglich.

  • Warum treten heute mehr Fruktose-Unverträglichkeiten auf als früher?
    Die Fruktose-Malabsorption ist in Mitteleuropa sehr häufig anzutreffen, es leiden ca. 30 % bis 40 % der Bevölkerung daran. Das vermehrte Auftreten wird vor allem mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten begründet. Unzählige Nahrungsmittel und Speisen werden von der Lebensmittelindustrie mit Fruktose versetzt, damit sie süßer schmecken. Deshalb nehmen viele Menschen heute – meist ohne es zu ahnen – viel mehr Fruktose auf als früher.

 

  • Präanalytik und Durchführung
    • der Patient führt den Test selbst nach beiliegender Anleitung durch
    • Entnahmebesteck: Mundstück mit Beutel und seitlich aufgesteckter Entnahmevorrichtung,
    • 5 Probenröhrchen, 25g Fruchtzucker, Testprotokoll
    • Bearbeitungszeit bis zu 8 Tagen

 

  • Kosten

Privat GOÄ-2x 4208    1,15 facher Satz   € 54,98
IGel GOÄ-4208           1,0 facher Satz    € 47,80

zzgl. Material- und Versandkostenpauschale