Haaranalyse auf Drogen-, Alkohol- und/oder Medikamentenkonsum

 

In der Medizin hat sich das Verfahren der Drogenanalyse aus den Haaren als verlässlich eingebürgert. Vor allem die konservierenden Eigenschaften der Haare, mit denen auch nach Monaten noch Drogen- Alkohol- und/oder Medikamentenkonsum nachweisbar ist, haben die Entwicklung des Verfahrens für reizvoll gemacht.

Das Verfahren wird oft angewendet, um den Drogenkonsum zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit nachzuweisen. Alle Drogen sind zwar auch im Blut und Urin nachweisbar, zum Teil besser, zum Teil schlechter als in den Haaren. Die Spuren des Drogenkonsums sind in diesen Flüssigkeiten Blut aber schon nach wenigen Tagen kaum noch nachweisbar.

Für einen Drogentest sind 0,5 bis 1 Gramm Haare notwendig, das entspricht etwa einem Esslöffel. Die Haare werden in bestimmten Lösemitteln unter Ultraschalleinfluss extrahiert. Im erhaltenen Extrakt lassen sich dann z.B. mit Gaschromatographie (GC) Drogen und Drogen-Abbauprodukte nachweisen. Bei einem nur einmaligen Drogenkonsum in der Vergangenheit können die Ergebnisse unsicher ausfallen. Die Konzentration wäre dann zu gering.
Bei mehrmaligem Konsum gelten die Analysenergebnisse als sicher.

Erfolgte der Verlust der Fahrerlaubnis auf Grund eines Vorfalls wegen Alkohol (MPU wegen Alkohol) oder Drogen (MPU wegen Drogen) am Steuer, wird den Probanden vor der eigentlichen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, kurz MPU genannt, regelmäßig die Erbringung eines Alkohol- bzw. Drogenabstinenz-Nachweises auferlegt.

Die genauen Bedingungen für die chemisch-toxikologische Untersuchung von Urin- oder Haarproben im Rahmen der MPU sind in den sogenannten „Beurteilungskriterien für die Fahreignungsdiagnostik“ eindeutig geregelt und schriftlich festgehalten. In welchem Umfang solche Labortests durchgeführt werden sollen und ob Urin oder Haare als Untersuchungsmaterial gewählt werden sollten, aber auch der Zeitraum, für welchen eine Abstinenzkontrolle durchgeführt werden muss, sollte in einem vorbereitenden Gespräch mit einem Verkehrspsychologen oder einer MPU-Vorbereitungsstelle genau geklärt werden.